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joachim walz

" wege entstehen dadurch, dass man sie geht." franz kafka

           presseberichte walz
Zug-Presse Zeitungskopf-2008-0902

K  E IN    F E I N E R    Z U G :

Zug-Presse-2008-0902

An einemstillgelegten Gleis bei Buggingen platziert hat der Denzlinger Knstler JoachimWalz seine Installation „Kein feiner Zug“. Diese setzt sich – in Anspielung

auf die unrhmliche Rolle der Reichsbahn beimVernichtungsfeldzug der Nazis –mit den Gewalttaten des Hitler-Regimes, aber auchmit Verbrechen der Alliierten

sowie derMaschinerie des Krieges und der krperlichen und seelischen Not auseinander, die er hervorbringt.Was auf den ersten Blick fast heiter und spielerisch

wirkt,wird bei genaueremHinsehen zur Bedrckung, zu einemergreifenden Fanal gegen alle Gewalt.

F O T O :  B E R N D   MIIC H A E L IS

     

    pressespiegel

    badische zeitung
    maßstäbe nicht das maß aller dinge
    joachim walz beraubt die zollstöcke ihrer formen und maße und fügt sie mit anderen materialien zu kunstwerken zusammen

    von unserem mitarbeiter markus zimmermann-dürkop

    DENZLINGEN. Bürokraten und Handwerker stehen im Ruf, es ganz genau zu nehmen, wobei Letzteren in vielen Fällen ein Maßstab behilflich ist. Das gilt auch für den Techniklehrer Joachim Walz, doch der seit eineinhalb Jahren wieder in Denzlingen lebende 51 - jährige zeigt noch ein ganz anderes Gesicht. Das des Künstlers und Kunstlehrers, und dabei ist er ganz maßlos. Nicht von ungefähr stellt er im Foyer des neuen Rathauses seine Bilder und Skulpturen aus.

    "Der Massstab ist nicht das Mass aller Dinge" , betitelt Walz seine Werkschau, in der er ältere Arbeiten mit Werken arrangiert, die erst jüngst entstanden. Nicht nur metaphorisch interpretiert er dieses Motto, denn Masse finden sich als Zollstöcke in allerlei Formen in seinen Arbeiten immer wieder. Nicht ungewöhnlich für einen Künstler, der, so die freie Journalistin Angèle Kerdraon in ihrer Laudatio, alltägliche Gegenstände aus ihrem Dornröschenschlaf hole, umforme, arrangiere, so dass sie ihre Alltäglichkeit verlieren und zu Kunstwerken werden.

    Zollstöcke stehen als Skulpturen in voller Länge im Raum, mal gleich mehrere im Bündel, dann ein einzelner, der sich, an ein verzogenes Brett geschraubt, verdreht nach oben windet. Doch nimmt Walz diesen starren Metern auch ihre Festigkeit, verstückelt sie, lässt sie in Hitze sich verbiegen und schmelzen, um mit diesen Bruchstücken Bilder zu gestalten. Despektierlich, fast schon zerstörerisch, geht Joachim Walz mit den Massstäben um. Offensichtlich wird, dass er Masse nicht so gerne mag. "Weil sie irgendwie Grenzen setzen" , hat er Angèle Kerdraon verraten. So viel Walz auch freie, schmelzende Formen wählt und seine Farben frei fliessen lässt, statt mit ihnen klare Formen, Konturen zu zeichnen, so sehr scheint er aber auch der klaren Form verbunden zu sein. Anders lässt sich nicht erklären, warum er seine Assemblagen, seine Collagen immer wieder in die Gestalt des Quadrats bringt und dies noch intensiviert, indem er das grosse Quadrat aus neun kleinen Quadraten bildet. "Walz mag es nicht flach und schon gar nicht oberflächlich" , erklärt ergänzend der Professor für Informatik, Friedbert Kaspar, in seiner Einleitung. Das wird immer wieder an der Materialfreude des Künstlers deutlich. Ob nur ein bisschen Gaze, kleine Kunststoffteile oder auch quellender Bauschaum, nichts ist ihm zu fremd, zu undenkbar, um es nicht zu einem aussagekräftigen Werk werden zu lassen. Der Phantasie des Betrachters lässt Joachim Walz dabei viel Freiheit, er liefert aber auch immer wieder deutliche Hinweise auf seine Gedankenspiele. Scannercodes sind für ihn "die heutigen Säulen des Lebens" — so in einem Bildtitel nahe liegend formuliert. "Kunst soll vergnügen" , so Hausherr Bürgermeister Lothar Fischer in seinem Grusswort.

    Joachim Walz, Der Massstab ist nicht das Mass aller Dinge — gemessene und vermessene Bilder und Skulpturen" , bis zum 8. Mai während der üblichen Öffnungszeiten im Foyer des neuen Rathauses von Denzlingen

 

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